Galway

Da ich nach dieser langen Zeit in Irland endlich auch einmal etwas anderes als das ständige Gewimmel in Dublin sehen wollte, beschlossen Maurizio und ich, ein Wochenende in Galway zu verbringen. Ursprünglich wollten sich uns noch einige andere Italiener anschließen, die ihre Pläne allerdings aus mir unbekannten Gründen wieder fallen gelassen haben.

Bus Eireann Hauptquartier DublinSo kam es, dass wir am 29. Februar nach einer eiskalten Dusche (warmes Wasser gibt es bei uns im Haus so früh am Wochenende nicht) um 6:30 ins Zentrum aufbrachen, um auch auf jeden Fall den 7:30er Bus nach Galway zu erwischen. Erstaunlicherweise war selbst zu dieser frühen Stunde schon einiges im Haupt-Buszentrum des Bus Eireann los (ja, ich weiß, auf dem Bild sieht man niemanden, aber das war auch gegen 7:00 Uhr, etwas später wurde es dann voller).

Nachdem wir unser Gepäck in den Bus geladen und alle Fahrgäste – außer uns nur eine junge Frau und ein Afrikaner mit der coolsten Stimme, die ich jemals gehört habe – eingestiegen waren, ging es auch schon los. Allerdings nicht gleich in Richtung Galway, sondern zunächst zu einer Rundtour durch Dublin, um alle Haltestellen zu bedienen, die sich z.B. an der O’Connell Street, im Hafen und am Flughafen befinden. Maurizio hat das schon nicht mehr mitbekommen, scheinbar sind alle Busse gleich gut geeignet, um ein Nickerchen zu halten :-)

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Nach gut einer Stunde ließen wir dann Dublin hinter uns und folgten zunächst einer längeren Autobahn, die uns ein gutes Stück gen Westen brachte. Zu sehen gab es hier von der Landschaft erst einmal nicht so viel. Was mir auffiel war, dass es tatsächlich immer hügeliger wurde, je näher wir Galway kamen, die Sache mit den grünen Hügeln Irlands scheint demnach zu stimmen.

Nachdem wir erst einmal die Schnellstraße verlassen hatten, konnte ich auch mehr von Landschaft sehen (Maurizio schlief immer noch, hatte aber zumindest den Kopf um 180° gedreht) und es wurde deutlich, dass die Schafpopulation immer größer wurde, je weiter man sich von Dublin entfernte. Meiner Einschätzung nach kamen in diesen Gegenden auf jeden Einwohner mindestens 10 Schafe… wenn ich da wohnen würde, würde ich mich Die Schafpopulation nimmt zu...auf jeden Fall mit diesen Wolllieferanten gut stellen, wer weiß, ob sie nicht eines Tages beschließen, die Herrschaft über die Insel zu übernehmen, allein durch ihre Zahlenmäßige Überlegenheit hätten sie ja eine gewisse Chance.

However, als wir schließlich in Galway ankamen war das Wetter auch schon von dem strahlenden Sonnenschein, den wir (ich) während der Fahrt genießen durften auch schon in das übliche irische Dreckswetter umgeschlagen, wovon wir uns allerdings nicht entmutigen ließen und erst einmal die Stadt erkundigten.

Ich muss sagen, Galway ist wirklich schön. Die eigentliche Innenstadt ist verglichen mit Dublin sehr klein, enthält aber viele schöne Pubs und Geschäfte, sowie ein großes Shopping Centre, in dem ich mich endlich dazu durchrang, mir eine schöne Mütze zu kaufen… Regen und längere Haare vertragen sich einfach nicht miteinander. Was mich verwundert hat, war, dass wir in Galway recht wenig Touristen getroffen haben, vielleicht waren die aber auch schon alle in irgendwelchen Pubs verschwunden und warteten auf den Beginn des Rugby-Spieles.

Warten auf ein Taxi

Nach unserer ersten Stadterkundung beschlossen wir, erstmal unsere Sachen ins B&B zu bringen und dann zum Rugbybeginn wieder in die Stadt zu fahren. An diesem Tag spielten England und Irland gegeneinander, was eine … interessante Stimmung in den Pubs vermuten ließ.

Unser Bed and Breakfast, welches uns 32€ pro Nase gekostet hatte erwies sich als wirklich schön, direkt an der Bay und mit wunderschönem Ausblick über selbige von unserem Zimmer im 2. Stock aus. Zimmer und Badezimmer waren  gut ausgestattet und vor allem sauber. Nachdem wir

unser Zimmer bezogen und kurz geduscht hatten (in unserem Haus ist um 6 die Heizung noch nicht in der Lage, warmes Wasser abzugeben) machten wir uns auf den Rückweg in die Stadt.

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Während wir noch auf den Bus warteten hielt ein Wagen neben uns und erlöste uns aus dem beginnenden Regen, indem der Fahrer uns anbot, mit ihm in die Stadt zu fahren, was wir gern annahmen. In der Stadt angekommen untersuchten wir zunächst einmal die Gegend, flüchteten aufgrund der immer stärker werdenden Nässe schnell in ein großes Einkaufszentrum, das scheinbar dadurch entstand, dass einfach mehrere Häuserblöcke überdacht wurden, was dem ganzen eine sehr gemütliche Atmosphere verlieh. Ein Ende des Regens war nicht in Sicht, daher beschlossen wir, einfach schon in einen Pub zu gehen und dort auf den Beginn des Rugby-Spieles England gegen Irland zu warten, ein Ereignis, das zu sehen sich gelohnt hat, definitiv!

Galway Shopping Centre

Wir sahen uns das Spiel im Pub “The Quays” an, welcher zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Galway zählt. Im Pub selbst wurde das Spiel auf mindestens 5 Flachbildfernsehern und mittels eines Beamers auch auf einer Großleinwand gezeigt und von knapp 100 Iren und 5 Engländern begeistert verfolgt. Diese etwas ungleiche Aufteilung der Fans hörte man während des Spiels sehr gut, allein am Lärmpegel ließ sich festmachen, welche Mannschaft gerade gepunktet hatte. Zudem waren es nur die Iren, die das Cheerio-Singen anfingen, wenn einer der Engländer eine gelbe Karte erhalten hatte.

Nach dem Spiel zogen wir dann noch ein wenig durch die Gegend und testeten die anderen Pubs. Hierbei noch erwähnenswert: In Galway stehen die Damen des horizontalen Gewerbes mittem im Stadtzentrum und werben mit “Hey Boys, need company tonight?”. Zuerst waren wir etwas erstaunt, dann haben wir uns ansehen und sind mit “Ne, kost was” weitergegangen.

In einem anderen Pub, in dem bis spät in die Nacht Livemusik gespielt wurde, lernten wir dann Shane kennen, einen waschechten Iren, der bereits einige Guinness  intus und sich somit in bester Kneipenlaune befand. Von ihm lernten wir essentielle Dinge wie “Woohoo, you are German, he’s Italian and over there is someone from Spain… multicultural bender today!” oder auch “She’s a slut, 20€”, wobei besonders letzteres zu einer Art Insider für den Rest der Tour wurde, da Shane es sich auch nicht nehmen ließ, uns noch die Preise weiterer anwesender Damen zu verraten. Zum Abschied gab es dann noch eine kräftige Umarmung (“Whua, give me a hug!”) und weg war er, vermutlich auf dem Weg in einen anderen Pub.Livemusik in Galway

Wir jedoch blieben noch einige Zeit und verfolgten z.B., wie eine Gruppe russischer (französischer? polnischer? Ich hab’s vergessen) Mädchen in sehr knapper Bekleidung (Shane hätte sie vermutlich auf etwa 10€ geschätzt) anfingen zur Musik der dreiköpfigen Band zu tanzen – unsere Geduld wurde also belohnt *g*

Später dann ließen wir uns nach einem Mitternachtsimbiss bei SuperMacs mit einem Taxi zum B&B zurückbringen, am Sonntag stand schließlich Kultur auf dem Programm. Und Kultur hat Galway auch wirklich zu bieten, allein die in der Stadt verteilten Kirchen waren es wert zu kommen. In der Cathedral konnte ich leider keine Aufnahmen machen, da dort gerade eine der 5 täglichen Messen im Gange war, was ich sehr bedauere, da ihre Mitte von einem riesigen runden Lichtschacht erleuchtet wurde und sie wie viele Kirchen in Irland wunderschöne Buntglasfenster besaß.

Ich möchte nicht mit einer langen Beschreibung unseres Marsches durch Galway langweilen, die Bilder dürften wohl für sich sprechen. St. Nicholas ChurchIn jedem Falle ist dieser Ort eine Reise wert, ich würde gern noch einmal für etwas längere Zeit wiederkommen, um auch die Umgebung von Galway (z.B. die Cliffs of Moher) zu besuchen, was ich in jedem Fall noch nachholen werde (möglichst im Sommer, wobei ja auch das kein gutes Wetter garantiert).

Sehenswert ist in Galway übrigens nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Bezirke etwas außerhalb, in denen sich gute Fischrestaurants und Cafés direkt an der Bay befinden, die im Sommer sicherlich unzählige Touristen anlocken. In diesen Gegenden befinden sich zudem auch viele Bed & Breakfasts, wie auch das, in dem wir unterkamen.

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Dienstag, März 10th, 2009 Ireland, Photos

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