Newgrange

Eingang mit Roofbox

Eingang mit Roofbox

Wenn man sich in der Nähe von Dublin aufhält, sollte man in jedem Fall einen Abstecher nach Newgrange machen – das jedenfalls hatte ich hier so oft gehört, dass ich beschloss, Isabell zu schnappen und einen Wochenendausflug zu diesem Hügelgrab in Meath zu machen… und es hat sich gelohnt!

Vorneweg: Nehmt euch regenfeste Kleidung mit, ihr habt um Newgrange herum kaum Gelegenheiten zum unterstellen, zudem weht in dieser Gegend immer ein recht rauher Wind.

Von Dublin aus hat man drei Möglichkeiten, die Gegend zu erreichen:

  1. Mit eigenem Transportmittel und Navi (ohne würde zumindest ich trotz der Ausschilderung vermutlich  nicht hinfinden)
  2. Mit einer der offiziellen Touren, die für etwa 40€ Busfahrt, Eintritt und Führung anbieten
  3. Mit dem Shuttlebus für 18€ (Hin- und Rückfahrt), der vor der Tourist-Information in der Suffolk Street abfährt – diese Möglichkeit wählten wir.
Museum im Visitors Centre

Fellstiefelchen sind offensichlich schon sehr lange Zeit in Mode...

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten (merke: Der Bus fährt direkt vor der Tourist Information ab, nicht etwa an der Haltestelle dieses Namens!) fuhren wir mit dem Mysterybus, der kurzzeitig mittels eines A3-Plakates zum Newgrangebus erklärt worden war, gen Norden. Übrigens sei anzumerken, dass man, wenn man den Shuttlebus nehmen möchte, möglichst frühzeitig (was hier heißt: mehrere Tage vorher) buchen sollte, da die zuständigen Busse nur über 14 Sitzplätze verfügen.

Nach einer recht abenteuerlichen Fahrt (enge Straße + Schlaglöcher + Fahrer, der scheinbar die Bremsen vor Abnutzung schützen wollte) erreichten wir das Newgrange Visitors Centre in dem wir ein kleines Museum durchschritten und uns dann auf den Weg zu den Shuttlebussen zum Grab selbst machten. Der Preis für Eintritt und Führung betrug 3,50€ für Students und 6€ für Erwachsene, Schülerausweise werden übrigens nicht auf Gültigkeit überprüft, sondern nur, ob ein Passfoto vorhanden ist ;-)

Ohne Führung kommt man als normaler Besucher nicht näher als 100m an das Grab heran, ich würde jedem Empfehlen, diesen kleinen Betrag zu zahlen, da das wirklich sehenswerte sich in deutlich kleinerem Umkreis befindet.

Wir betraten den Hügel (mit etwas Verspätung, da eine Kuhherde die Straße versperrte) in einer bunt gemischten Touristengruppe und erfuhren von unserem Führer zunächst viel Wissenswertes über die Umgebung und die Besonderheiten der Grabanlage (wobei man sich immer noch nicht vollständig sicher ist, ob es wirklich eine dauerhafte Grabanlage war oder ob die Überreste der  Toten nur für jeweils ein Jahr dort aufbewahrt wurden). Interessant ist auch, dass sich in direkter Nachbarschaft noch zwei weitere große und unzählige kleine Hügelgräbe befinden, im Visitors Centre konnten auch kombinierte Touren für Newgrange und Knowth (das nächste Grab) gebucht werden, was allerdings erst ab Ende März möglich ist.

dsc00359Nach diesem Vortrag durften wir in der Gruppe die eigentliche Grabkammer betreten und ich muss wirklich sagen: Menschen, die wissen, dass sie leicht klaustrophobisch veranlagt sind, sollten sich den Weg in die Kammer sparen. Der Gang war so schmal, dass ich mich wirklich zusammenfalten musste, um hindurchzupassen (und das nicht allein wegen meiner Breite, ich schätze, der Gang war etwa 1,60m hoch) und an etlichen Stellen ungefähr 30cm breit.

Innerhalb der Kammer wurde dann die wirkliche Besonderheit dieses Grabes veranschaulicht: In der Woche um die Wintersonnenwende scheint die Sonne für wenige Minuten durch die Roofbox (der obere der beiden Schächte auf den Bild) in die Kammer und erleuchtet sie vollständig. Uns wurde dieses Ereignis mit zwei recht schwachen Lampen erklärt und darauf verwiesen, dass das Licht der Sonne zigmal stärker sei. Jährlich bewerben sich etwa 35.000 Menschen für einen Aufenthalt in der Kammer zur Wintersonnenwende, nur 100 von ihnen werden letztendlich ausgelost (20 per Tag).

Tags: , , ,

Samstag, März 14th, 2009 Ireland, Photos

Kommentar verfassen

Back to Top ↑