Kapitel 2

Das zweite, sehr emotionale Kapitel, in dem Dick einen Mann hinter einem Begrüßungstresen begrüßt, in ein Haus eindringt und über seine Vergangenheit sinniert.

Inhaltlich springt dieses Kapitel sehr schnell zwischen verschiedenen Handlungsorten. Ich habe versucht, dies über leicht längere Pausen deutlich zu machen.
Das Ende findet sich zudem unten einmal zum Nachlesen.

Rückmeldungen

Das Feedback zum letzten Kapitel bestand vor allem aus zwei Punkten:

  1. Die Sprache wirkt nach dem sehr langsamen Prolog eher gehetzt und sollte etwas ruhiger sein
  2. Ich versuche alles viel zu deutlich und zu “3. Klasse Deutschunterricht” auszusprechen

Ersterem konnte ich voll zustimmen und habe versucht, es in diesem Kapitel etwas ruhiger angehen zu lassen.
Das ist leider nur begrenzt gelungen, mir ist beim Schneiden aufgefallen, dass ich doch immer wieder schneller geworden bin, aber es ist schon wesentlich verständlicher als in den vorigen Kapiteln.

Zu Punkt 2 sei zu sagen: Der Text macht es mir an vielen Stellen schwer, ihn laut vorzulesen. Teilweise liegt das daran, dass er einfach nicht dafür geschrieben wurde, teilweise einfach an der Konstruktion der Sätze.
Bei bestimmten Aneinanderreihungen von Worten muss ich die Worte sehr weit vorne im Mund halten, um sie ohne Nuscheln aussprechen zu können.
Ein Beispiel aus dem letzten Kapitel:

“Er fuhr einen hübsch anzusehenden Mittelklassewagen, besaß ein hübsch anzusehendes Mittelklassehaus in einer Mittelklassevorstadt einer großen Mittelklassestadt und war mit einer wunderbaren Mittelklassefrau verheiratet.”

Sprecht einfach mal mehrmals hintereinander “Mittelklasse” aus, dann wisst ihr, wovon ich rede.

Dadurch, dass ich versuche, meine Stimme sehr weit vorne zu halten, betone ich automatisch die Silben deutlicher, was zu oben beschriebenem Eindruck führt.
Ich habe diesmal schon versucht, die einzelnen Silben weniger zu betonen, vollständig gelungen ist es mir aber noch nicht. Ich vermute, wenn ich die allgemeine Betonung noch besser schaffe (siehe unten) ist das insgesamt jetzt aber in Ordnung.

Klang / Stimme

Nebem dem immer noch etwas gehetzt klingenden Erzähler ist mir beim Schneiden vor allem aufgefallen, dass ich bestimmte Sätze ziemlich unnatürlich betone. Ich mir aber auch nicht ganz sicher bin, wie sie “natürlich” klingen würden.
Als Beispiel sei hier das “Er war recht ungehalten” nach der Beschreibung des spurensicherungschefmordenden Polizeibeamten genannt. Ich habe den gleichen Satz auf gefühlt 10 verschiedene Arten ausgesprochen und keine passte so richtig…
Eventuell liegt das an der Erzählstimme, mit der ich hier lese – ich habe den Eindruck, dass ich allein dadurch Worte/Sätze schon anders betone, als ich es tun würde, wenn ich den Satz ganz normal vorlese. Beim nächsten Kapitel werde ich da mal genauer drauf achten.

Ansonsten besteht der Hauptunterschied zu den vorigen Episoden darin, dass ich ein bisschen Stimmverfremdung für den Megaphoneffekt (der mir so mittel gelungen ist) und die Hintergrundmusik für die “Rückblende”  verwendet habe.
Ersteres überzeugt mich jetzt im Nachhinein nicht mehr so ganz, aber die “Rückblende” würde ich exakt wieder so machen. Voll emotional.
Insgesamt habe ich mich hier sehr von den “Bob schreibt Tagebuch”-Abschnitten aus “Die drei Fragezeichen und der Nebelberg” inspirieren lassen.
In diesen nutzt Andreas Fröhlich nicht seine typische Bob-Stimme, sondern eine wesentlich tiefere, ruhigere Erzählerstimme.

Für die nächste Episode habe ich mir vor allem vorgenommen, endlich etwas langsamer zu reden, ansonsten nimmt das, denke ich, so langsam Formen an.

Technisches

Beim Abmischen dieser Folge habe ich zum ersten Mal einen Kompressor und Limiter benutzt, was der Gesamtlautstärke denke ich ganz gut getan hat.
Ich musste kaum Stellen von Hand bzgl. ihrer Lautstärke anpassen und das fertige Soundfile hat eine vernünftigere Lautstärke als die bisherigen.

Zusätzlich habe ich zum ersten Mal einen EQ verwendet, der meine Hauptfrequenzen – vor allem aber die tieferen – etwas mehr hervorgehoben hat.
Meine Stimme klingt dadurch etwas dumpfer, aber zumindest für mich sehr viel mehr nach Erzähler als ohne.


In der warmen Wanne schließlich erinnerte er sich daran, wie geborgen er sich immer gefühlt hatte bei seiner Frau…

Der Regen peitschte heftig gegen die Fensterscheibe, doch das kümmerte sie nicht. Der Sturm drohte das Dach abzureißen, doch auch das kümmerte sie nicht, denn sie waren verliebt, und wenn sie verliebt waren vergaßen sie alles andere um sich herum.
Sie umarmten, liebkosten sich im Schein der überall aufgestellten Kerzen. Sanfte Musik kuschelte sich in ihre Ohren als sie ihrer Versuchung nachgaben, es in der Waschmaschine im Wohnzimmer zu tun. Langsam ließ sie ihn versuchen, ihren BH zu eliminieren, und tat es schließlich doch selbst. Sie lächelte ihn an mit einem Lächeln in dem man sich verlieren konnte, sie war einfach wunderschön wenn man nichts besseres hatte.
Langsam öffneten sie die Klappe der Waschmaschine, liebkosten sich weiter und zogen sich aus, bis er schließlich in ihr Loch ging. Sie folgte ihm in die Maschine, in welcher er bereits wartete. Sie schlossen die Klappe und liebten sich wie sie sich noch nie zuvor geliebt hatten. Die Welt schien sich nur um sie zu drehen, erst langsam, dann immer schneller. Der Weichspüler fraß sich langsam in ihre Haut und wurde vom entkalkten Wasser wieder heraus gespült.

… die er niemals hatte.


Das Musikstück in der “Rückblende” heißt “Broken Heart” von Di Eventile und kann hier heruntergeladen werden.